Katzbalger

Der sogenannte"Katzbalger" ist ein kurzes Hiebschwert mit breiter, beidseitiger Klinge, abgerundeter Spitze, sowie einer s-förmigen Parierstange und kurzem Griff. Es wurde fast ausnahmslos von Landsknechten verwendet, während der "Schweizerdegen" die typische Waffe der Eidgenossen war. Da in der Enge des Schlachthaufens kein Platz war, um ein langes Schwert zu ziehen, kam nur eine Blankwaffe mit geringer Länge in Frage, mit der sich der Fussknecht zur Wehr setzen konnte, wenn der Gegner den Spiess passiert hatte. Die Bezeichnung "Katzbalger" stammt möglicherweise daher, daß diese Waffe oft auch bei Streitigkeiten untereinander gebraucht wurde, was Assoziationen mit "sich balgenden Katzen" hervorrief.

 

 

Ein- / Anderthalbhänder

Auch Schwerter "zu Ein- und Anderthalbhand" waren im Gebrauch, allerdings eher bei höheren Dienstgraden, der Reiterei oder diversen Funktionsträgern (Fähnrich, Feldweibl, Trabanten usw.).

 

  

Zweihandschwerter (Bidenhänder, Gassenhauer)

Bidenhänder waren Schwerter die durch ihre langen Klingen nicht mehr mit einer Hand zu führen waren, und deshalb einen verlängerten Griff besaßen, der mit beiden Händen gefasst wurde.  Oft hatte die Klinge an der Stärke (Bereich über der Parierstange) eine Fehlschärfe (stumpf) mit einem Leder- oder Samtüberzug. Dieses erlaubte an dieser Stelle bei Bedarf mit einer Hand einzugreifen, um damit mehr Druckkraft aufbringen zu können. Drüber befanden sich Parierhaken, welche seitlich aus der Klinge herausragten. Ein Soldat, der einen Zweihänder führte bekam den doppelten Sold und musste als Zeichen seiner Kompetenz das Zeugnis eines „Meisters vom langen Schwert“ vorweisen, was er nach einer Ausbildung bei einem Fechtmeister erlangen konnte. Über den Nutzen dieser Waffen gibt es mehrere Theorien darunter die, dass die Waffe  verwendet wurde um die feindliche Piken hoch zu drücken und eine Bresche in die Spießwälle zu schlagen (daher die Bezeichnung "Gassenhauer"). Andere gehen davon aus das die Zweihandschwerter als Trabantenwaffe für die Leibgarde der ranghohen Landsknechte oder Fahnenträger genutzt wurden.