Handfeuerwaffen (Handrohre, Hakenbüchse, Arkebusen, später Musketen)

 

Unter Handfeuerwaffen versteht man alle Waffen, die  mit Hilfe von Schwarzpulver Bleikugeln abfeuerten und von einer Person bedient werden konnten.

 Anfangs nur wichtig bei der Mauerverteidigung, wuchs ab dem 16. Jahrhundert die Bedeutung der Pulverwaffen zusehends.  Während anfangs nur 1/10 der Krieger Schützen waren, stieg die Zahl bis zur Jahrhundertmitte bereits auf 1/3, und gegen Ende waren es sogar die Hälfte aller Kämpfer.

Um diese Entwicklung zu fördern, wurden in vielen Städten große Schießwettbewerbe veranstaltet.

Zwar waren die Vorderlader den früher verwendeten Armbrüsten und Langbögen in Sachen Reichweite und Schussfolge unterlegen, aber der Umgang war einfacher von untrainierten Personen zu bewerkstelligen, und das Feuer, sowie der entstehende Knall hatte eine große psychologische Wirkung beim Gegner.

Gegossen wurden die Läufe anfangs aus Kupferlegierungen, wie Bronze und Messing, später jedoch aus weichem Eisen, welches auf einen Holzschaft aus weichem Holz (Nußbaum, Ahorn, Linde, Buche)befestigt wurde.

Die Zündmechanismen unterlagen im Verlauf der Zeit einer stetigen Entwicklung. Zunächst wurde das Pulver manuell durch eine brennende Lunte entzündet, später dann durch einen "Luntenschnappschloss" genannten Mechanismus, der durch die Betätigung  eines Abzugs ausgelöst wurde. 

Beim "Radschloss" (Deutsches Schloss) konnte dann auf die wetterempfindlichen Lunten komplett verzichtet werden, da die Funkenübertragung hierbei durch Schwefelkies vollzogen wurde. Beim sogenannten "Schnappschloss" übernahm ein Feuerstein diese Funktion.

 

 

Schwere Geschütze

 

Die Vielfalt der Geschützarten, darunter Orgelkanonen, Mörser und Basilisken, ist so umfangreich wie die Anzahl der Kaliber und  Geschossmaterialien.

Da anfangs jedes Modell ein Unikat war, gab es massive Probleme bei der Munitionsbeschaffung, denn jedes Geschütz benötigte seine eigenen, speziellen Geschosse. Den eigentlichen Durchbruch der Artillerie schafften Entwicklungen wie die Räderlafette (Protze), die für eine bessere Mobilität sorgte.

Gegossen wurden diese Meisterwerke von sogenannten "Büchsenmeistern",  die gleichzeitig auch für die Bedienung zuständig waren. Die Angehörigen dieser "Zunft" waren weder richtig Soldat, noch Handwerker und unterstanden, wenn nicht direkt diversen Adligen oder einer Stadt unterstellt,  den Feldzeugmeistern des Heeres.

Der Sold hing dabei vom Können und der Erfahrung des jeweiligen Büchsenmeisters oder Feuerwerkers ab.

Um eine Stadt "sturmreif" zu schießen, bediente man sich großer "Brechgeschütze". Bei Wagenburgen und eingeschlossen Städten kamen meist Wurfgeschütze und Mörser zum Einsatz, und in offenen Feldschlachte wurden leichtere Geschütze (Feldschlangen, Falkonette, Kartaunen) eingesetzt.